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Was ist ein Bienenvolk wert?

In diesem Frühjahr gibt es rege Bewegungen auf dem Bienenmarkt. Grund dafür sind die durch die Bank hohen Verluste an Völkern. Nun las ich neulich eine Suchanzeige eines Imkers mit hohen Verlusten. Darin stand unter anderem: “Keine Preistreiber oder Wucherbienen” Logisch möchte man Kollegen gerne unter die Arme greifen. Müssen deshalb aber die Völker “verschenkt”

Nach den kleinen Zellen, der geringere Wabenabstand

Nachfolgend ein Artikel den ich im Jahr 2007 unter Verabreitung der Erfahrung Sabiens schrieb, der es aber nie seinen Weg in die Imkerpresse fand. Auf besonderen Wunsch Ollis nun exclusiv  hier, live und in Farbe Die nächste Konsequenz Nach kleineren Zellen nun der geringere Abstand  Rückblick In den letzten fünf Jahren war viel von Versuchen

Meine Erfahrungen mit den “kleinen Zellen”

Meine Bienen gedeihen auf Kleinen Zellen!

Seit einigen Monaten wird in verschiedenen Imkerforen wieder (entschuldigt den Ausdruck) eine “alte Sau durchs Dorf getrieben”. Es geht um die Sache mit den kleineren Wabenzellen. Ich habe den Eindruck, dass besonders Imkerneulinge gerne auf die sehr ausführlichen Schilderungen eingehen und nun voll Feuereifer die Sache testen möchten. Hinter der Geschichte stehen die Erfahrungen v.a.

Löwenzahnkampagne

apis-taraxacum

Manch Kollege hat es auch schon beobachtet, der Löwenzahn blüht in diesem Jahr ausserordentlich viel. Sogar vom Berg aus, aus 1400m Höhe sind Felder mit starkem Löwenzahnbesatz in der Bildmitte auszumachen: Aus der Nähe sieht das dann so aus: Oder so: Und natürlich tummeln sich auch unsere Viecherl darin, zwar leider nicht so viel wie

Schönes Zitat gefunden

Eine der allerersten Aufgaben des Imkers muß es sein, das Verhalten der Biene zu studieren und sich daran anzupassen, wenn er Erfolg haben will. Karl Kehrle (Bruder Adam)

Wirklich einfach imkern

Ich habe mich bemüht meine Erfahrungen und die von Kollegen die langjährig mit der Dadantbeute imkern zusammen zu tragen. Nun ist die NEUE AUFLAGE der “Bedienungsanleitung” für die 10er Dadantbeute fertig geworden! Die Tipps sind nicht auf die Anwendung bei der 10er Dadantbeute beschränkt. Grundsätzlich können Sie bei jedem Einräumigen Beutensystem mit großen Waben angewendet

So was blödes aber auch ….

http://www.wulffmorgenthaler.de

Besuch aus Oberösterreich – Zuchtbeginn

Am vergangenen Sonntag besuchte der Imkerverein Pichl bei Wels das Chiemgau. Hintergrund ist, dass vier Imker aus diesem Verein auch in Linz zur Zeit die Facharbeiterprüfung machen. Karl-Heinz und ich sind bei dem dortigen Verein beigetreten, weil das echt liabe griabige Leut sind.

Sie besuchten Karl-Heinz, Josef Oberhausers einzigartiges Bienenhaus und meine Wenigkeit. Ich hatte eine Königinnenzucht mit zwei Pflegevölkern vorbereitet. Wir larvten dann um und bereiteten den Sammelbrutableger durch Zellenbrechen auf das Zuhängen des Zuchtrahmens vor. Zunächst nahmen das die Bienen noch mit stoischer Geduld hin. Aber beim Abschütteln wurden sie doch etwas beleidigt, was ich ihnen bei 12 Grad und starkem Wind nicht verdenken kann. Dennoch war die Annahme sehr gut. Ich freu mich!

(Zug)vögel 2012

Erste Sichtung, erstmals gehört

Star 30.03.

Zilpzalp 13.04.

Girlitz 26.04.

Mauersegler 30.04.

Mehlschwalbe 01.05.

Am 20.03. meinte ich schon eine Schwalbe zu sehen. Ich war erstaunt! Aber, was ist das, der Flug sieht schon irgendwie komisch aus. Ja sowas, das war am Nachmittag ein Abendsegler, eine Fledermaus, die wohl gerade aus dem Winterquartier zum ersten Mal ausflog.

Was ist ein Bienenvolk wert?

In diesem Frühjahr gibt es rege Bewegungen auf dem Bienenmarkt. Grund dafür sind die durch die Bank hohen Verluste an Völkern. Nun las ich neulich eine Suchanzeige eines Imkers mit hohen Verlusten. Darin stand unter anderem:

“Keine Preistreiber oder Wucherbienen”

Logisch möchte man Kollegen gerne unter die Arme greifen. Müssen deshalb aber die Völker “verschenkt” werden? Was ist denn ein angemessener Preis für ein Volk im Frühjahr?

Angemessen ist ein Preis, wenn er sowohl für den Käufer als auch dem Verkäufer einen angemessenen Gegenwert darstellt. Stellen wir eine kleine Betrachtung an, anhand eines Dadantvolkes, das auf sieben Waben sitzt und damit nun aufsatzreif ist. Der reine Materialwert an Rähmchen und Wachs (Rückstandsfrei)  ist ca. 22€. Dazu kommt ein Anteil von vorhandenem Futter  ca. 4€. Verbrauchtes Futter über den Winter 12€. Das Bienenmaterial an sich ist zu bewerten mit 30€ für 1,5kg Bienen und 15€ für eine standbegattete Königin. Varroabehandlungsmittel kosten auch was.

Der reine Materialwert bewegt sich also in der Größenordnung von mindestens 80€!

Hatte der Verkäufer mit diesem Volk irgendwelche Arbeit? Mit Sicherheit! Welchen Stundenlohn setzen wir an? Wieviel Arbeitszeit? Gehen wir von einem Aufwand von 12h/Jahr pro Volk aus, bleibt also für Ein- und Auswinterung sowie Varroabehandlung nochmals ein Zuschlag von 10 – 20€.

Bislang waren die berechneten Kosten reine aufgewendete Kosten. Nun würde das Volk ja auch noch einen Honigertrag bringen, oder nicht!? Gehen wir von einer durchschnittlichen Frühtracht aus mit 15kg sind das nach Großhandelspreis 45€. Die Waldtracht lassen wir mal aussen vor, da gebildete Ableger oder Schwärme aus dieser auch schon wieder Ertrag bringen können.

Ein Preis von 100€ für ein Volk ist also auf keinen Fall zu hoch, eher im Gegenteil. Kostendeckend wären nach obiger, noch nicht vollständigen Berechnung eher 150€!

Damit stellt sich nun nur noch die Frage, ob ein Käufer so fair ist und den Kollegen für seine geleistete Arbeit und das Produkt auch angemessen zu entlohnen möchte. Denn jeder, der ordentliche Arbeit leistet, möchte doch vernünftig dafür bezahlt werden.

Damit keine Missverständnisse aufkommen, ich verkaufe keine Völker …

 

Wann muss dieses Jahr der Honigraum drauf?

Nach dem Titel dieses Posts suchen manche Leute bei Google. Hier die Antwort: Jetzt!

Der Honigraum sollte auf den Völkern sein, bevor der Nektarfluss aus der Obstblüte mit den Kirschen beginnt. Die Weide ist für die Bienen Aufbautracht und wird nahezu gänzlich aufgebraucht. Bitte auch nicht zu zaghaft sein beim Aufsetzen, besonders, wenn man Flachzargen verwendet. Es dürfen schon zwei Flachzargen sein. Vorausgesetzt natürlich die Völker sind aufsatzreif.

Auch wenn es bei uns gerade noch so aussieht, alles steht schon in den Startlöchern!

In manchen wärmeren Gegenden sollten die Honigräume wahrscheinlich schon drauf sein kann ich mir vorstellen.

Vortrag in Neuaubing

Am 30.03.2012 beim Imkerverein Gräfelfing bin ich eingeladen bei der Monatsversammlung und Informationsabend  über “Auswinterung und rationelle Königinnenzucht” zu referieren.

Zeit und Ort: 19.00 Uhr im ESV-Vereinsheim in München-Neuaubing, Papinstraße 22+

Ich werde anhand von Bildern und mitgebrachten Teilen versuchen die nötigen Aktivitäten anschaulich zu erklären. Die Zuhörer dürfen ‘mitarbeiten’. Die Ankündigung ist zwar etwas kurzfristig, aber vielleicht sehen wir uns.

Meine nächsten Vortragstermine:

12. Oktober 2012  IV Pfaffenhofen, Thema: “Was erwarten die Bienen von uns”

17. März 2013      Schulungsveranstaltung Buckfast Bayern in Oberfranken, Thema: “Imkern mit Buckfast und Dadant”

Nach den kleinen Zellen, der geringere Wabenabstand

Nachfolgend ein Artikel den ich im Jahr 2007 unter Verabreitung der Erfahrung Sabiens schrieb, der es aber nie seinen Weg in die Imkerpresse fand. Auf besonderen Wunsch Ollis nun exclusiv  hier, live und in Farbe :-)

Die nächste Konsequenz

Nach kleineren Zellen nun der geringere Abstand

 Rückblick

In den letzten fünf Jahren war viel von Versuchen zu lesen und zu hören, Bienen auf einem kleineren Zellmass als dem gängigen zu führen. Angestossen hatte die Bewegung das Imkerehepaar Dee und Ed Lusby aus den USA. Erik Österlund wurde aufmerksam und stellte seinen gesamten Betrieb um. Viele seiner Kollegen Schweden taten es ihm gleich. Thomas Kober führte die Theorie in Deutschland ein. Hintergrund war immer, den Bienen ein Leben mit der Varroa, aber ohne Behandlungen, zu ermöglichen.

Probleme

Viele Imker versuchten daraufhin ihre Völker auf Mittelwände mit dem kleineren Zellmass von 4,9mm umzustellen. Nicht immer war dies von Erfolg gekrönt. Einige Linien – auch einige etablierte Buckfast-Linien – zeigten sich recht renitent und verweigerten sich schlicht den kleinen Zellen. Andere wiederum bauten das Kleinmass auf Anhieb perfekt aus. Darunter waren auch „einfache“ Landbienen. Recht wenig Erfolg hatte man allgemein mit reingepaarten Carnica-Linien. Diese Bienen haben das kleine Maß anscheinend völlig „vergessen“.

Bei Linien die auf kleinen Zellen etabliert werden konnten, zeigte sich manch interessanter Effekt. Königinnen, die auf kleinen Zellen geboren wurden, legten in Waben aus herkömmlicher Herstellung (5,5 – 5,7mm) plötzlich Drohneneier!

Es stellt sich die Frage, was wohl zu diesen doch sehr ausgeprägten Unterschieden bei der Annahme von kleinen Zellen führt. Ausser Frage steht nach Studium der Literatur, dass auch in Mitteleuropa keineswegs ein Zellmass von 5,5 – 5,7mm üblich war. Ein Gefälle von Nord nach Süd kann jedoch nachvollzogen werden.

Heureka!

Den Schlüssel zur Beantwortung dieser Frage mag in ein Blick in die Wiege der koordinierten Imkerei in Deutschland zeigen, der Heideimkerei. Über einen langen Zeitraum hinweg wurden die Bienen dort im Naturbau ohne Bauvorgabe geführt. In einem von einem Kollegen per Zufall entdeckten, sehr altem Korb aus der Nordheide – ohne Mottenbefall – zeigte sich Erstaunliches: kleine Zellen zwischen 4,9 und 5 mm sowie eine Wabenabstand von nur 32mm!

 Die Konsequenz

Ziel wäre es, bei unseren Biene die Haltungsbedingungen so zu optimieren, dass oben erwähnter Umstand wieder eintritt oder aber vorgegebene Mittelwände mit kleiner Prägung („normale“ Prägung?!) wieder tadellos ausgebaut werden. Also müssten die Abstandregelungen so verändert werden, dass ein Abstand von 32mm von Rähmchenmitte zu Rähmchenmitte sichergestellt ist. Bei vielen Rähmchen lässt sich dies durch andere Pilzköpfe o.ä. erreichen. Bei Hoffmannschenkeln wird man zum Hobel greifen müssen.

Erfolg der Konsequenz?

Ist es übertrieben diese „Entdeckung“ als Quantensprung zu bezeichnen? Die Verbesserung des Ausbaus von kleinzelligen Mittelwänden ist offensichtlich. Selbst Völker, die „auf die harte Tour“ einfach auf 4,9mm gesetzt wurden, bauten die Mittelwände überwiegend brauchbar aus, was bei normalem Abstand meist in dem architektonischen Fiasko endete, das nicht bebrütet wurde. Ein Zwischenschritt über 5,1mm ist vielfach nicht mehr nötig. Nach wie vor werden die besten Ergebnisse erreicht, wenn die Erfahrungen der Lusbys und die Erläuterungen von Thomas Kober berücksichtigt werden.

Welche Beobachtungen konnten an umgestellten Völkern gemacht werden? Zunächst mal absolut nichts Negatives! Kein erhöhter Schwarmtrieb, keine veränderte Sanftmut, kein veränderter Ertrag. Carnicaimker berichten von einem noch explosiverem Start im Frühjahr als es bei manchen C-Stämmen ohnehin schon der Fall ist. Besonders schwach ausgewinterte Völkchen überraschen mit einer erfreulichen Entwicklung. Ein Beispiel aus dem Jahr 2007: ein Mitte April auf fünf Zanderrahmen ausgewinterter Ableger mit 2006er-Königin brachte bis zum Sommeranfang noch vier Flachzargen an Honig, natürlich mit entsprechender Bienenmasse! Möglicherweise ist daran eine positive Auswirkung der kleinen Zellen und des veränderten Abstandes auf die Lebensdauer der Einzelbiene zu erkennen. Diese Erkenntnisse allein sind für manche Kollegen schon ein Beweggrund gewesen bei kleineren Zellen zu bleiben.

Varraotoleranz?

Die Krönung wäre nun ein eindeutiges JA. Leider können wir hiermit nicht dienen. Zu kurz sind unsere Erfahrungen bislang. Begleitend konnten wir jedoch folgendes feststellen:

Von einem Bestand, der seit mehreren Jahren auf kleinen Zellen sitzt, wird berichtet, dass das ohnehin bereits starke Putz- und Zellenausräumverhalten bei etwa der Hälfte der Völker anscheinend durch den kleineren Wabenabstand noch einmal deutlich verstärkt wurde, unabhängig davon, ob sie auf Mittelwände oder Leerrähmchen gesetzt wurden. Seitdem sind morgendliche Funde von 50 bis zu 200 entsorgten Puppen vor der Beute fast normal, wobei die Bienen nicht konstant und gleichmäßig entsorgen, sondern in Wellen von 1 bis 3 Nächten etwa alle 7 bis 12 Tage.

Das Putzverhalten äußert sich derart, dass einzelne Bienen umringt von 2 bis 5 anderen Bienen auf der Beutenfront oder dem Flugbrett sitzen und bis zu 8 Minuten lang von allen Seiten gründlich geputzt werden, ohne dass es einen äußeren Anlass dazu gäbe. Bis zu 18 dieser Putztrupps wurden gleichzeitig an einer Beute beobachtet.

Bemerkenswert erscheint die Entwicklung von 4 eingefangenen „großen“ Carnicaschwärmen, die auf Leerrähmchen mit Anfangsstreifen mit dem kleinen Wabenabstand sofort im Brutnest im Naturbau 4,7-9mm bauten, hingegen im später aufgesetzten Honigraum 5,6-7mm. 3 dieser Völker zeigen ebenfalls das verstärkte Putz- und Ausräumverhalten.

Sonstiges

Gewöhnungsbedürftig ist zunächst der veränderte Eindruck des Brutnests das sich wesentlich kompakter darstellt. Durch die Konzentration auf weniger Rähmchen, wird im ersten Moment eine schwächere Legeleistung suggeriert.

Der geringere Wabenabstand ermöglicht dem Imker eine Veränderung der Betriebsweise. Selbst im normalen 10er Zandermagazin ist nun problemlos eine einräumige Betriebsweise möglich. Durch den verringerten Abstand passt eine Wabe mehr ins Magazin und die kleineren Zellen tun ihr Übriges. Der Königin stehen etwa 80.000 Zellen zur Verfügung! Das reicht locker, um noch fünf bis sechs Honigräume darüber mit Bienen zu füllen. Bei Nutzung von Dadant-Bruträumen kann das Volk problemlos „gepresst“ werden, ohne von einer Brutbeschränkung zu sprechen. Hier stünden bei elf mod. Dadantrahmen (im 10er Kasten) mehr als 100.000 Zellen zur Verfügung. Hier muss die Entscheidung nach den regionalen Umständen und der Intensität der Imkerei (Wanderung etc.) getroffen werden.

Man muss beachten, dass z.B. bei Langstroth und Dadant schmälere Rähmchen notwendig sind. Hier sind die Rähmchen 28-29mm breit. Entweder man hobel die Rähmchen auf die erforderliche Schmalheit ab oder man kauft gleich neue. eim Abhobeln muss man die gewünschten Abstandshalter berücksichtigen. Habe ich 7mm Polsternägel muss ich auf 25mm Rähmchenbreite kommen. Bei anderen Abstandshaltern möglicher weise noch weniger. Das würde ich aber wegen der zu befürchtenden Instabilität nicht machen. Bei Zander- oder DN-Rähmchen mit geraden Seitenteilen ist das ganze einfacher zu bewerkstelligen. Bei vorhandenen Rähmchen mit Hoffmann-Seitenteilen muss man mal genau vermessen wieviel von den Seite abgenommen werden kann. Mit einem Handhobel geht das recht schnell. Vorsicht wiederum bei mod. Zander mit dickem Oberträger, hier muss wieder exakt gemessen werden um Verbau zu vermeiden.

Betonen möchten wir, dass wir nicht die „Erfinder“ des veränderten Wabenabstandes sind. Wir danken vielen Kollegen rund um den Globus für den reichen Erfahrungsaustausch in dieser Sache!

R. Schwarz + S. Eltermann

PS: Dadant Rähmchen mit 25mm Breite bekommt man übrigens beim Massivholz-Tischler in Wien in bester Qualität. Die Rähmchen sind zwar, für Dadant-Gewohnheiten ungewöhnlich, senkrecht gedrahtet, aber sonst sehr gut und preiswert.

Meine Erfahrungen mit den “kleinen Zellen”

Meine Bienen gedeihen auf Kleinen Zellen!

Seit einigen Monaten wird in verschiedenen Imkerforen wieder (entschuldigt den Ausdruck) eine “alte Sau durchs Dorf getrieben”. Es geht um die Sache mit den kleineren Wabenzellen. Ich habe den Eindruck, dass besonders Imkerneulinge gerne auf die sehr ausführlichen Schilderungen eingehen und nun voll Feuereifer die Sache testen möchten.

Hinter der Geschichte stehen die Erfahrungen v.a. der Familie Lusby aus den USA die in ihrer großen Vollerwerbsimkerei alle Völker auf Mittelwände mit einer Zellprägung von nur 4,9mm umstellten. Ihren Ausführungen zu Folge besiegten sie dadurch zunächst die Tracheenmilbe und danach die Varroamilbe. Der Wert 4,9mm wird ermittelt wie auf dem folgende Bild zu sehen:Das Bild zeigt eine Wabe die aus einer Mittelwand mit normaler Zellprägung entstanden ist. Wie man sieht, wird nicht mit einer Schieblehre das Zelleinnere gemessen, sondern die Strecke die von 10 Zellen bedeckt wird. Exakter für die Angabe der Zellgröße wäre eigentlich der Wert wieviele Zellen auf einer bestimmten Fläche Platz finden. Tatsächlich wurde das auch früher so ausgedrückt, nämlich in Zellen/dm². Heutige Standard-Mittelwände haben ca. 370 – 390 Zellen/dm². Aus alten Bücher geht hervor, das in Mitteleuropa 440 Zellen/dm² üblich war (entsprechend 5,1mm Zellgröße). Bei noch kleineren Zellen finden sich 480 Zellen/dm² (entsprechend 4,9mm Zellgröße). Die Packungsdichte im Brutnest war also früher erheblich höher, d.h. bei gleicher Brutzellenanzahl war die Oberfläche des Brutnests kleiner. Für die Varroa nahm man an, dass  sich die Milbe in der kleineren und somit engeren Zelle weniger bis gar nicht vermehrt.

Ich war seit 2002 dabei, als Thomas Kober und andere die Theorie von den kleinen Zellen in der Praxis ausprobierten. Wir waren enge Imkerfreunde und haben bis heute Kontakt. Ich konnte viel aus seinen Arbeiten lernen. Insgesamt waren dabei gut 400 Völker am Start. Wir hatten direkten Kontakt zu Erik Österlund, Dee Lusby, Roger White, Juhani Lunden sowie weiteren Kollegen, die weltweit die Theorien der Lusbys testeten. Damals sprachen die Lusbys übrigens noch gar nicht von einem Downsizing mit Plastikwaben. Ein Kuriosum waren jedoch Plastik-Mittelwände aus den USA mit einer pyramidenartigen Zellprägung mit 4,9mm Größe – in Giftgrüner Färbung. Das sah im Volk echt knackig aus! Wir führten das Downsizing mittels Zwischenschritt auf 5,1mm  Zellen durch. Diesen Schritt machten besonders die Reinzucht Carnicabienen von bayerischen Prüfhöfen gar nicht mit. Die Mittelwände wurden sehr schlecht ausgebaut. Im Gegensatz dazu, konnten es nahezu alle Buckfastvölker sofort. Bienen aus Afrika wie Sahariensis, Monticola und Scutellata bzw. Linien die auf diesen Herkünften basieren bauen kleine Zellen fast immer sehr gut aus. Es ist ihr angestammtes Zellmaß. Unsere Bienen hatten nie so kleine Zellen … Was würden wir wegselektieren wenn wir unsere Bienen auf die Baufähigkeit für Kleine Zellen auslesen? DAS Selektionskriterium an sich ist ein anderes – das Überleben bei Nichtbehandlung.

So toll sahen viele Brutwaben aus

Wenn ich die Threads in den Foren derzeit lese, überkommt mich ein schlechtes Gefühl. Keiner von uns konnte damals die Erfolge nachvollziehen. Thomas Kober erlitt mit seinem Versuch alle Völker unbehandelt auf kleinen Zellen zu lassen, kompletten Schiffbruch. Verlust ca. 95%!! Und es waren nicht nur 50 Völker, sondern schon etwas mehr. Trotz Downsizing etc. Der “Versuch” war also auch statistisch aussagekräftig. Die Standgrößen waren nie > 15 Völker und die Standorte lagen jeweils ausserhalb des Flugkreises der anderen (eigenen). Die 49er MW wurden übrigens bei ihm überwiegend perfekt ausgebaut! Junhani Lunden in Finnland erlitt ein ähnliches Schicksal, war aber so schlau und behandelte einen Teil seiner Völker vorsichtshalber. Die Fähigkeit 49er MW auszubauen ist IMHO mit einer geringen Heritabilität ausgestattet. Beispiel ist ein von mir gefangener Carnicaschwarm der perfekt 49er ausbaute, die Nachzuchten davon gar nicht. Es ist sehr von den Umständen abhängig. Im Frühjahr wenn das Brutnest von den Bienen ausgedehnt wird, werden Kleine Zellen sehr gut ausgebaut. Im Herbst dagegen gar nicht gut. Im Frühjahr sind die Bienen kleiner, im Herbst größer.

Aber auch so sahen viele aus!

Der Wabenabstand wurde bei mir auf 32mm reduziert. Nach einem anfänglichen Lichtblick verbesserte sich die Qualität der ausgebauten Mittelwände leider nicht.

Wir hatten damals anfangs die Schwedischen Mittelwände im Einsatz. Die waren jedoch ziemlich rückstandsbelastet. Da nahezu alle Mitstreiter aber Bio-zertifiziert waren, verwendeten wir die MW von der Oberpfalzwabe. Adolf Kieweg (der Chef der Oberpfalzwabe) war damals ein eifriger Mitstreiter und setzt bis heute 49er ein. Die Reckung der MW geschieht beim Walzprozess. Je schneller die Wachsbahn gefahren, desto mehr zieht sich das Muster in die Länge. Er reduzierte die Geschwindigkeit an die untere mögliche Grenze um den Effekt (der bei gewalzten MW immer auftritt) zu reduzieren. Ausserdem erhöhte er die Stärke der MW. Mit diesen MW arbeiteten wir damals. Adolf ist leider sehr krank und hat seinen Betrieb verkauft. Er imkert aber immer noch begeistert weiter – mit Kleinen Zellen, kann aber nicht auf eine Behandlung verzichten.

Ein Kollege brachte später sogar Völker die über Jahre hinweg unbehandelt auf Bornholm geführt wurden nach Bayern – mit dem Ergebnis, dass sie nach einem Winter nicht mehr da waren. Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass Varroatolerenz  an eine starke regionale Komponente gebunden, die wir bislang noch nicht erfassen können. Ähnlich in USA, wo die Bienen der Lusbys andernorts auch nicht ohne Behandlung überleben. Überall wo derzeit Varroatoleranz unter Völkern beobachtet werden kann, ist die Bienendichte DEUTLICH niedriger als bei uns (Arizona, Lapalma, Bornholm, Schweden, Primorje, Oderbruch, Schwäbische Alb). Meine TOP-Survivorvölker waren drei Winter ohne Behandlung. Dann kam aber der schnelle Zusammenbruch. Josef Koller geht es ähnlich. Housel-Positioning hin oder her, das machte sowieso keinen Unterschied. Erik Österlund hat übrigens erst seit vier Jahren Varroa an seinen Ständen, und anfänglich große Verluste gehabt.
Darüber hinaus wird auf Bornholm und bei anderen seit über 15 Jahren erfolgreich mit normalen Zellen ohne Behandlungen geimkert!!!

Bei seinen neuen Bildern auf der Homepage schreibt ein Verfechter der Lusby-Theorie wieder von der kleinen Zelle in der sich die Varroa nicht vermehrt. Das stimmt definitiv nicht. Ist auch logisch. Man denke an die apis cerana, dort ist die Zelle noch kleiner, die Varroa vermehrt sich in den Zellen dennoch, halt nicht so stark weil die Verdeckelungszeit kürzer ist. Tatsächlich ist die Packungsdichte bei kleinen Zellen höher, was eine bessere Temperaturregulation der Brut im Volk ermöglicht. Die kleineren Zellen an sich bewirken in keiner Weise eine Reduktion der Varroareproduktion!

Ich möchte nicht bestreiten, dass es bei einigen Imkern ohne Behandlung funktioniert. Das ist schön und zeigt die großen Leistungen unserer Bienen im Erhalt der eigenen Gesundheit. Jedoch stammen diese Berichte nur aus “Insellagen” buchstäblich oder einfach der geografischen Lage geschuldet. Neben anderen Effekten ist die Bienendichte in den meisten Landschaften Deutschlands dafür einfach zu hoch.

Ich kann nur jeden warnen, blindlings auf diesen Zug aufzuspringen, in der Hoffnung seine Völker nicht mehr behandeln zu müssen. Das könnte durchaus sein, aber nur weil er keine Völker mehr zum Behandlen hat.

Dennoch, Kleine Zellen SIND natürlicher. Ich verwende nur noch 5,1er MW bei 32mm Wabenabstand, da diese von meinen Bienen immer gut ausgebaut werden. Die Frühjahrsentwicklung ist stabiler und über die gesamten Völker gesehen gleichmäßiger, d.h. auch schwach ausgewinterte Völker starten gut los und erleiden keinen Futterabriss mehr. Mit Brutkrankheiten hatte ich nie wirklich ein Problem. In 20 Jahren litten insg. drei Völker unter leichter Kalkbrut. Nun aber gar nicht mehr. Deshalb hatten wir damals ein Logo entworfen:

Meine Bienen gedeihen auf Kleinen Zellen!

Restentmilbung

Ja, nun war es endlich so weit, die Restentmilbung zu starten. Ein schöner Tag mit Temperaturen um den Nullpunkt. Ich träufle schon seit langen Jahren Oxalsäurelösung. Die kurze Störung nehemen die Völker nicht übel.

Leider hat sich bewahrheitet, dass dieses Jahr die Varroa über die Maßen stark aufgetreten ist. Und leider hatte ich meine sonst übliche Kontrolle am 03. Oktober nicht machen können. Dann wäre mir der hohe Befallsgrad wohl noch aufgefallen, vor dem mich ein Kollege schon warnte. Es hat also doch noch einige Völker erwischt, die mit den üblichen Varroasymptomen ausgezogen sind (keine Bienen im Kasten, Futter noch da). Dabei waren auch viele Ableger aus diesem Jahr.Ein Auswaschen des Totenfalls von zwei Völkern zeigte den ausserordentlich hohen Befallsgrad.

Dieses Jahr war in vielen Hinsicht unnormal. Das Wetter im Frühjar zu gut, im Mai/Juni zu schlecht, dann wieder zu heiss und danach zu nass. Die Ernte aus der Blüte erfreulich gut, Wald eher wenig. Und dazu bei mir arge Probleme die Arbeit im Ganzen zu bewältigen. Letzteres war wohl auch der Grund für die misslungene Varroastrategie, die sich sonst nicht von den letzten Jahren unterschied, aber wohl irgendwie nicht paßte. Ad hoc würde ich sagen ich habe zwischen Behandlung 2 und 3 zu viel Zeit verstreichen lassen und eine vierte Behandlung wäre angesagt gewesen.

Von dem abgesehen wollte ich eigentlich schon in diesem Jahr auf eine andere Behandlung umstellen. Das werde ich mit dem in Linz dazu gelernten nun nächstes Jahr machen.

Ein Rückschluss auf robustere Linien unter meinen Bienen läßt sich momentan noch nicht wirklich machen. Das muss ich erst noch mal analysieren. Sind die Elgons wirklich wieder die Survivor? Die neuen Herkünfte scheinen es aber nicht zu sein. Über die vergleichweise geringen Verluste bei den Minis und Apideas freue ich mich natürlich.

Tag der Berge

L1000605

Nach einem Beschluss der UN-Vollversammlung aus dem Jahr 2003 wird der 11. Dezember als Internationaler Tag der Berge begangen. 2011 liegt der Fokus auf Berge und Wälder. Gesunde Bergwälder sind entscheidend für die ökologische Gesundheit der Welt.

In vielen Teilen der Welt sind Bergwälder bedroht wie nie zuvor. Die Entwaldung in tropischen Bergwäldern schreitet weiterhin voran.  Ziel ist es diese Wälder zu schützen und eine nachhaltige Entwicklung der Berggebiete zu fördern.

Der Deutsche Alpenverein griff in einer Mitteilung vom 09.12.2011 die Probleme für den Alpenraum auf .

Oder heute auf der Titelseite unserer Regionalzeitung ‘Traunsteiner Tagblatt’ eine Meldung der dpa:

“Bergregionen sind besonders vom Klimawandel betroffen. nach Angaben der Internationalen Kommission zum Schutz der Alpen (CIPRA) gefahrdet der Rückgang der Gletscher allein im Himalaya-Vorland die Trinkwasserversorgung von 1.3 Milliarden Menschen. Zudem drohten in Gebrigen zunehmend Erdrutsche, Lawinen und Überschwemmungen. …”

Oktober und November waren die Niederschlagärmsten Monate des Jahres. Unser Gebrigsfluss die Tirloer Ache hatte danach den niedrigsten Wasserstand der letzten 20 Jahre. Im Jahr davor nahezu ein Jahrhunderthochwasser. Die Extreme nehmen zu …